Die Grosse Hoforgel (1648-2015)

1640 von Hans Geisler erbaut und 1862 von Friedrich Haas erweitert, wurde 1972-1977 durch Orgelbau Kuhn umgebaut, restauriert und vergrössert.

Im Orgelprospekt von 1640 steht die grösste (10,7 Meter) und schwerste (383 kg) Orgelpfeife der Welt aus ihrer Zeit. Das Gesamtgewicht der Orgel beträgt etwa 30 Tonnen.

Die 7374 Pfeifen verteilen sich auf 111 Register (Klangfarben) und sind auf Schleifladen (Fernwerk und Echowerk: Kegelladen) in fünf Manualwerke und das Pedal gegliedert.

Im Fernwerk integriert steht die weltweit einzige, bekannte Regenmaschine (Blech-Holztrommel mit Metallkugeln), 1862 durch Friedrich Haas erbaut, original erhalten. In der heutigen Hoforgel wurden 19 Register aus dem Bestand Johann Geisler (Orgelmacher aus Salzburg 1648) verwendet; 50 Register sind aus dem Bestand Friedrich Haas 1862, Orgelbauer aus Kleinlaufenburg-Basel, später Luzern: damit sind beinah 2/3 der Register aus historischen Beständen.

Das Hauptgehäuse und die Schnitzereien aus Eiche stammen von Niklaus Geisler Luzern (1640). Das Gehäuse des Rückpositives wurde 1972 rekonstruiert. Das Gehäuse des Echowerkes entstand 2015, gestaltet von Andy Raeber.

Die drei, von Friedrich Haas 1862 erbauten, durchschlagenden Zungenregister wurden im Jahre 2001 restauriert und in die Tonhalle (Fernwerk) eingebaut. Es handelt sich dabei um romantische Klangfarben, die dem Harmonium oder der Handorgel ähnlich sind. Die kunsthandwerkliche Güte dieses Pfeifenmaterials wird als einzigartig eingestuft; eine Kopie der durchschlagenden Zunge in der Thalwiler Haas-Orgel basiert auf dem Original der Luzerner Hoforgel.

Mit dem 2015 eingeweihten Echowerk sind nun - nebst neuen - vor allem die sauber dokumentierten, bestens erhaltenen historischen Pfeifenbestände (1862, 1898, 1919) ebenfalls wieder in die „Orgelarena“ der Hofkirche zurückgeführt worden. Die Erhaltung dieser über 150-jährigen Pfeifenschätze ist doch am besten sichergestellt, wenn sie eingebaut in ein Orgelwerk in Funktion stehen. Damit erfüllt das Echowerk nebst der musikalischen auch die denkmalpflegerische Aufgabe, historische Substanz auf bestmögliche Art zu erhalten. Und dank des modernen Gehäuses in Holz und Glas dienen diese wertvollen Pfeifen sogar dem Anschauungsunterricht. Effekt-Register wie Zimbelstern, Bätruef, Sennschellen und Alphorn zeigen historisches, vor allem aber auch Lokal-Kolorit, sind doch tradierte Gebete wie der Alpsegen in unseren Landen gang und gäb!

Luzern 2015 | Wolfgang Sieber

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Galerie der Grossen Hoforgel (auf das erste Bild klicken und die Galerie öffnet sich)

   Hans Geisler, Erbauer der Grossen Hoforgel

     Friedrich Haas, erweiterte die Grosse Hoforgel 1862